„Ich will entscheiden ob ich ein behindertes Kind bekomme oder nicht!“

Das ist ein Zitat zu einem Zeit-Artikel der das Thema nipd (nicht-invasive pränatale Diagnose – Praenatest u.ä.) als Kassenleistung, aufnimmt. Zum Einen zeigt der Kommentar wie sehr die Dame in der heutigen Leistungsgesellschaft gefangen ist und vermutlich nie echtes Glück verspüren wird, zum Anderen zeigt es ein viel weiter reichendes Problem auf. Die Forschung endet nicht beim Praenatest. „Das muss doch heute nicht mehr sein!“

Heute ist es das Down-Syndrom, dass mangels guter Beratung, zu mindestens 90% einen Schwangerschaftsabbruch nach sich zieht.

Demnächst ist es vielleicht Diabetes… „Immer diese Insulinspritzen, dass ist doch eine Qual fürs Kind“

..oder doch die Veranlagung zu Adipositas? „Möchtest du wirklich das dein Kind gemobbt wird?“

aber vielleicht ist die Forschung auch bald so weit und kann bereits im Mutterleib eine Sehschwäche vermuten? „Hildegard du bist in der Schule immer wegen deiner Brille gehänselt worden, dass willst du deinem Kind doch nicht antun?“

Wenn wir nicht reagieren und diesen „Fortschritt“ weiter mitmachen, bekommt ein Schandfleck, nicht größer als ein Fliegenschiss, noch sein blondes, blauäugiges Volk. – „Waaas Gisela? Ein blondes Mädchen? Du weißt doch, was man von Blondinen sagt!“

Alternativ sollten wir vielleicht überlegen, ob in unserer Gesellschaft weiterhin nur höher, schneller und weiter relevant sein soll oder ob wir uns doch auf Werte wie Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz besinnen und Inklusion möglich machen.

Comments 2

  1. Ich hab heute die Kommentare zu dem „Zeit online“ Artikel gelesen und da wird mir echt schlecht..wie kann man als Mensch so egoistisch und engstirnig sein und denken wir können alles kontrollieren? Wir können nur weiterhin uns zeigen ,aufklären, aufstehen und Berührungsängste abbauen helfen..liebe Grüße und ein sonniges Wochenende 🙂

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