Euthanasie

Heute vor 80 Jahren legten die Nationalsozialisten den Grundstein für die Ermordung von Kranken und Behinderten.
Mit einem Runderlass verpflichteten sie Hebammen und Ärzte „jedes missgestaltete Neugeborene“ zu melden.

Heute vor 80 Jahren legten die Nationalsozialisten den Grundstein für die Ermordung von Kranken und Behinderten. Mit einem Runderlass verpflichteten sie Hebammen und Ärzte „jedes missgestaltete Neugeborene“ zu melden. (Veröffentlicht von ZDF info.)

Aus heutiger Sicht erscheint das grauenhaft und unvorstellbar, doch in der NS-Zeit wurde es von großen Teilen der Gesellschaft akzeptiert oder zumindest stillschweigend hingenommen.

Aber sind wir wirklich soviel weiter?

In Anbetracht dessen, dass derzeit in Berlin die Entscheidung getroffen wird, ob vorgeburtliche Blutuntersuchungen auf Trisomien eine freie Krankenkassenleistung werden sollen und dadurch in Zukunft Kinder mit Down- oder Edwards-Syndrom noch häufiger vorgeburtlich erkannt werden könnten…

In Anbetracht dessen, dass für über 95% dieser Kinder, diese Erkenntnis einem Todesurteil gleich kommt…

In Anbetracht dessen, dass diese Kinder bis zum Zeitpunkt der Geburt abgetrieben und getötet werden können, völlig unabhängig vom Gesundheitszustand..

In Anbetracht dessen, dass die Gesellschaft immer mehr verroht und die Leistungsgesellschaft immer weniger Rücksicht und Empathie kennt…

In Anbetracht dessen, dass die Rechten sich wieder trauen zu sagen, was der Volkswirtschafter schon mal durchgerechnet hat…
Was darf behindertes Leben kosten?

Weitere Informationen gibt es bei Wikipedia: In der Tötungsanstalt Hadamar im mittelhessischen Hadamar wurden zwischen Januar 1941 und März 1945, im Rahmen der sogenannten Aktion T4 und der anschließenden „dezentralen Euthanasie“, etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in einer Gaskammer, durch tödliche Injektionen und Medikationen sowie durch vorsätzliches Verhungernlassen ermordet. Die Anstalt war im heutigen Altbau der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Hadamar auf dem Mönchberg untergebracht. An die Verbrechen erinnert heute die Gedenkstätte Hadamar.

Titelbild – Quelle Deutsches Historisches Museum

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